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Kardiologie

Kardiologie

Dr. med. Johannes Sack

Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie
Ultraschall

Ultraschall

Die Ultraschalldiagnostik ist ein zentraler Pfeiler in der kardiologischen und angiologischen Funktionsdiagnostik. Sie erlaubt eine detaillierte Echtzeit-Darstellung des Herzens und der Gefäße, wodurch pathologische Veränderungen frühzeitig und präzise identifiziert werden können. Da das Verfahren ohne belastende Strahlung oder jodhaltige Kontrastmittel arbeitet, ist es besonders schonend und sicher.

Neben der Beurteilung der Herzgröße und der Wandstärken (B-Bild) ermöglicht die moderne Dopplersonographie eine exakte Funktionsprüfung der Herzklappen. Ein weiteres wichtiges Einsatzgebiet ist die Untersuchung des Blutflusses in Arterien und Venen sowie die Diagnostik von Gefäßverschlüssen, wie etwa der Ausschluss von Thrombosen mittels Kompressionssonographie.

Stressechokardiographie

Die Stressechokardiographie ist eine etablierte nicht-invasive Methode der kardiovaskulären Bildgebung, bei der die Herzfunktion unter kontrollierter Belastung beurteilt wird. 

Das Verfahren umfasst die sonographische Darstellung des Herzmuskels und seiner Funktion vor, während und unmittelbar nach definierter körperlicher Anstrengung (typischerweise mittels Fahrradergometer). Durch den Vergleich der Bilder in Ruhe und unter Stress können Veränderungen in der Myokardkontraktilität, der Herzgröße und der globalen Pumpfunktion objektiviert werden. 

Die Stressechokardiographie wird primär zur Diagnostik und Verlaufsbeurteilung bei Verdacht auf koronare Herzerkrankungen (KHK) oder signifikanten Herzklappenerkrankungen eingesetzt.

Belastungsuntersuchungen

Belastungsuntersuchungen

Die Belastungsuntersuchung (auch: Belastungstest oder Ergometrie) ist ein standardisiertes diagnostisches Verfahren, das sowohl zur objektiven Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit als auch zur Identifizierung spezifischer gesundheitlicher Risikofaktoren dient. Sie findet Anwendung bei der Evaluation der kardiovaskulären Gesundheit, der allgemeinen körperlichen Ausdauer und des Fitnesszustandes.

Während der Untersuchung werden relevante physiologische Parameter wie Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz und das Elektrokardiogramm (EKG) kontinuierlich überwacht. Der Patient absolviert dabei eine definierte körperliche Belastung, typischerweise auf einem stationären Fahrradergometer oder Laufband. Die Intensität der Belastung wird sukzessive gesteigert, um die individuelle Belastbarkeit zu ermitteln und gegebenenfalls adäquate Trainingsempfehlungen abzuleiten.
Die Belastungsuntersuchung dient primär folgenden Zielen:
  • Risikostratifizierung: Bewertung des individuellen kardiovaskulären Risikoprofils.
  • Therapieplanung: Ableitung spezifischer Trainingsempfehlungen, insbesondere bei vorliegenden Gesundheitsproblemen.
  • Leistungsdiagnostik: Beurteilung der sportartspezifischen oder allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit.
    Aufgrund potenzieller medizinischer Risikofaktoren und spezifischer Kontraindikationen ist die Belastungsuntersuchung nicht für jeden Patienten geeignet. Die Indikation und Durchführung müssen daher zwingend in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

    Belastungs-EKG

    Das Belastungs-EKG (auch Ergometrie genannt) dient dazu, die Herzfunktion unter körperlicher Anstrengung präzise zu beurteilen. Während Sie auf einem Fahrradergometer trainieren, wird kontinuierlich ein Elektrokardiogramm abgeleitet. Diese Methode ermöglicht es, potenzielle Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße oder Belastungs-Herzrhythmusstörungen zu identifizieren, die im Ruhezustand oft verborgen bleiben. So gewinnen wir wertvolle Erkenntnisse über Ihre kardiovaskuläre Belastbarkeit und Ihre Herzgesundheit.

    Spiroergometrie

    Die Spiroergometrie ist ein hochspezialisiertes Untersuchungsverfahren, das die funktionelle Leistungsfähigkeit von Herz, Kreislauf und Lunge in ihrem Zusammenspiel beurteilt. Während einer kontrollierten Belastung auf einem Ergometer werden dabei kontinuierlich die Atemgase über eine Atemmaske sowie der Puls, der Blutdruck und die Herzstromkurve (EKG) aufgezeichnet.

    Durch die gleichzeitige Analyse der Sauerstoffaufnahme und der Kohlendioxidabgabe lassen sich präzise Rückschlüsse auf die kardiopulmonale Belastbarkeit ziehen. Die Spiroergometrie ist somit ein wesentliches Instrument, um die Ursachen von Atemnot oder Leistungsminderungen abzuklären sowie Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems und der Lunge frühzeitig zu diagnostizieren und objektiv zu bewerten.
    Prävention

    Prävention

    Ein wesentlicher Fokus unserer kardiologischen Praxis liegt auf der Prävention und Früherkennung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Unser Ziel ist es, Ihre Herzgesundheit langfristig zu schützen und Risikofaktoren gezielt zu minimieren.

    Dies erreichen wir durch ein umfassendes diagnostisches Spektrum, das die regelmäßige Überwachung des kardiovaskulären Systems mittels moderner Verfahren umfasst. Zu den eingesetzten Methoden gehören die Echokardiographie (Herzultraschall), das Elektrokardiogramm (EKG), präzise Blutdruckmessungen sowie Labordiagnostik (Blutuntersuchungen).
    Über die technischen Untersuchungen hinaus ist ein gesunder Lebensstil von entscheidender Bedeutung. Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität und die konsequente Vermeidung von Risikofaktoren wie Rauchen und Hypertonie (Bluthochdruck) sind essenzielle Säulen der Vorbeugung.
    Die frühzeitige Diagnose potenzieller kardialer oder vaskulärer Probleme und die Einleitung einer effektiven Therapie tragen maßgeblich dazu bei, das Risiko schwerwiegender Komplikationen (z. B. Herzinfarkt, Schlaganfall) signifikant zu reduzieren.
    Wir empfehlen daher regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen, insbesondere für Patienten mit Vorerkrankungen oder bekannten Risikofaktoren wie Diabetes mellitus oder arterieller Hypertonie.
    Laboruntersuchungen

    Laboruntersuchungen

    Die Laboruntersuchung des Blutes ist ein essenzieller Bestandteil der modernen Diagnostik. Sie ermöglicht es, physiologische Prozesse im Körper objektiv zu beurteilen und pathologische Veränderungen frühzeitig zu identifizieren. 

    Das diagnostische Spektrum von Blutuntersuchungen umfasst unter anderem:
    • Kardiovaskuläre Risikoprofile: Bestimmung von Lipidwerten (z. B. Cholesterin) und des Glukosestoffwechsels zur Einschätzung des Herz-Kreislauf-Risikos.
    • Akutdiagnostik: Messung spezifischer Biomarker zur Identifikation eines Herzinfarkts, einer Herzinsuffizienz (Herzschwäche) oder von Thromboembolien (z. B. D-Dimere).
    • Organfunktionen: Überprüfung der Leistungsfähigkeit zentraler Organe wie Leber und Nieren durch spezifische Enzym- und Retentionsparameter.
    • Infektiologie: Nachweis von Infektionskrankheiten durch die Bestimmung von Antikörpern oder den direkten Erregernachweis.
    • Hämatologie: Diagnose von Anämien (Blutarmut) sowie die Beurteilung der Blutgerinnung und möglicher Blutungsstörungen.
    • Endokrinologie: Identifikation von hormonellen Dysbalancen und Stoffwechselstörungen. 
      Blutuntersuchungen sind sicher in der Durchführung und liefern als effizientes Instrument entscheidende Hinweise für die Diagnosestellung und die individuelle Therapieempfehlung.
      Es ist jedoch zu beachten, dass Laborwerte stets im Kontext der klinischen Gesamtsituation betrachtet werden müssen. Sie stellen einen wichtigen Baustein dar, der durch die ärztliche Anamnese und weitere diagnostische Verfahren ergänzt wird, um eine fundierte Diagnose zu sichern.
      Herzrhythmus

      Herzrhythmus

      Unter dem Herzrhythmus versteht man die Frequenz und die Regelmäßigkeit der elektrischen Herzaktionen. Ein gesunder Herzschlag wird als Sinusrhythmus bezeichnet und ist durch eine gleichmäßige, dem körperlichen Bedarf angepasste Abfolge charakterisiert.

      Abweichungen von diesem regelmäßigen Muster werden als Arrhythmien (Herzrhythmusstörungen) definiert. Diese können vielfältige Ursachen haben, darunter:
      • Kardiovaskuläre Vorerkrankungen,
      • Störungen des Elektrolythaushaltes,
      • Einflüsse des Lebensstils (wie ausgeprägter Stress oder Alkoholkonsum),
      • sowie die Nebenwirkungen bestimmter medikamentöser Therapien.
        Klinisch können sich Rhythmusstörungen durch Symptome wie Herzpalpitationen („Herzklopfen“), Schwindel oder Synkopen (kurzzeitige Ohnmachtsanfälle) äußern. In bestimmten Fällen können unerkannte Arrhythmien zu schwerwiegenden Komplikationen führen.
        Aufgrund der potenziellen Risiken ist eine präzise kardiologische Diagnostik und Überwachung essenziell. Moderne Verfahren ermöglichen es uns heute, Rhythmusstörungen frühzeitig zu identifizieren und eine individuell abgestimmte Therapie einzuleiten, um Ihre Sicherheit und Lebensqualität langfristig zu gewährleisten.

        Ruhe-, Belastungs- und Langzeit-EKG

        Ruhe-EKG

        Das Ruhe-EKG ist eine schmerzfreie und nicht-invasive Untersuchung, bei der die Herzstromkurve im entspannten Zustand aufgezeichnet wird. Über Elektroden auf der Hautoberfläche werden elektrische Impulse erfasst, die Rückschlüsse auf Herzrhythmusstörungen (Arrhythmien), abgelaufene Infarkte oder Anzeichen einer Herzmuskelverdickung ermöglichen. Die Untersuchung ist unkompliziert, sicher und liefert innerhalb weniger Minuten sofort interpretierbare Befunde.

        Langzeit-EKG

        Da viele Herzrhythmusstörungen nur sporadisch auftreten, reicht eine Momentaufnahme im Ruhe-Zustand oft nicht aus. Das Langzeit-EKG ermöglicht eine kontinuierliche Überwachung der Herzaktivität über einen Zeitraum von 24 bis 48 Stunden (in Einzelfällen auch länger).

        • Vorteil: Die Aufzeichnung erfolgt mittels eines kompakten, tragbaren Rekorders in Ihrem gewohnten Alltag sowie während der Nachtruhe.
        • Diagnostischer Wert: Dies erlaubt uns, Symptome wie Herzstolpern oder Schwindel mit den tatsächlichen elektrischen Ereignissen zu korrelieren und eine fundierte Therapieentscheidung zu treffen.

        Belastungs-EKG

        Bestimmte Herzerkrankungen, insbesondere Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße (Koronare Herzkrankheit), manifestieren sich oft erst unter körperlicher Anstrengung. Beim Belastungs-EKG wird die Herzstromkurve aufgezeichnet, während Sie auf einem Fahrradergometer trainieren.

        • Ziel: Die Beurteilung der kardialen Leistungsfähigkeit sowie die Provokation belastungsabhängiger Rhythmusstörungen oder Durchblutungsdefizite, die im Ruhezustand verborgen bleiben würden.
        • Sicherheit: Die Untersuchung findet unter ständiger ärztlicher Kontrolle und Überwachung von Blutdruck und Herzfrequenz statt.

        Herzschrittmacher-ICD-CRT-Kontrollen

        Patienten mit implantierten Systemen benötigen eine regelmäßige fachärztliche Überprüfung. Diese Kontrollen dienen dazu, die einwandfreie Funktion der Geräte sicherzustellen, die Batterielaufzeit zu überwachen und die Therapie optimal an den aktuellen Gesundheitszustand des Patienten anzupassen.

        Herzschrittmacherkontrolle

        Die regelmäßige Überprüfung des Herzschrittmachers gewährleistet eine dauerhaft zuverlässige Rhythmusstabilität. Die Kontrolle umfasst:

        • Systemanalyse: Überprüfung der Hardware und der Softwareparameter mittels modernster Programmiergeräte.
        • Sonden- und Batteriestatus: Messung der elektrischen Widerstände der Sonden sowie die exakte Bestimmung der verbleibenden Batteriekapazität.
        • Ereignisspeicher: Auswertung des geräteinternen Speichers, um unbemerkte Rhythmusstörungen frühzeitig zu identifizieren.

        ICD-Kontrolle (implantierter Defibrillator)

        Der ICD schützt Patienten vor lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen. Eine regelmäßige Funktionsprüfung ist essenziell für die Sicherheit des Patienten:

        • Funktionsdiagnostik: Sicherstellung der ordnungsgemäßen Erkennung und Behandlung von potenziell gefährlichen Arrhythmien.
        • Elektrodenprüfung: Kontrolle der Integrität der Verbindung zwischen dem Gerät und dem Herzen.
        • Therapieoptimierung: Anpassung der Abgabeparameter, um die maximale Sicherheit bei minimaler Belastung für den Patienten zu garantieren.

        CRT-System (kardiales Resynchronisationsgerät) 


        CRT-Systeme dienen der Verbesserung der Herzleistung bei Herzschwäche (Herzinsuffizienz), indem sie die Schlagfolge beider Herzkammern wieder synchronisieren. Die Kontrolle beinhaltet:

        • Hämodynamische Optimierung: Feinabstimmung der Stimulationszeiten, um die Pumpleistung des Herzens maximal zu unterstützen.
        • Effektivitätsprüfung: Kontrolle, ob das Gerät die gewünschte Synchronisation dauerhaft und effizient leistet.
        • Sondenmanagement: Überprüfung der speziellen linksventrikulären Sondenverbindung.

          Ergänzende Diagnostik bei Rhythmusstörungen

          Flankierend zur Gerätekontrolle setzen wir umfassende diagnostische Verfahren ein, um ein ganzheitliches Bild Ihrer Herzgesundheit zu erhalten:

          • Rhythmusmonitoring: Einsatz von Ruhe- und Langzeit-EKG zur Detektion von Arrhythmien.
          • Kausale Abklärung: Evaluation beeinflussender Faktoren wie Elektrolythaushalt, Stressoren, Ernährungsweise oder medikamentöse Wechselwirkungen.
          • Funktionsprüfung: Gezielte Untersuchung der kardiovaskulären und pulmonalen Leistungsfähigkeit.
          Bluthochdrucksprechstunde

          Bluthochdrucksprechstunde

          Diagnostik und Ursachenklärung bei Arteriellem Bluthochdruck (Hypertonie)

          Bluthochdruck ist eine komplexe Erkrankung, deren Ursachen differenziert betrachtet werden müssen. In der medizinischen Praxis unterscheidet man grundsätzlich zwei Formen:
          • Primäre (essenzielle) Hypertonie: Die weitaus häufigste Form, bei der die Erhöhung des Blutdrucks auf ein Zusammenspiel von genetischer Veranlagung und Lebensstilfaktoren zurückzuführen ist, ohne dass eine einzelne organische Ursache vorliegt.
          • Sekundäre Hypertonie: Hier ist der Bluthochdruck Folge einer anderen Grunderkrankung oder einer spezifischen organischen Störung.
            Um die genaue Ursache Ihrer Blutdruckerhöhung zu identifizieren und eine maßgeschneiderte Therapie einzuleiten, setzen wir folgende diagnostische Verfahren ein:
            • Labordiagnostik: Umfassende Blutuntersuchungen zur Beurteilung der Nieren- und Schilddrüsenfunktion sowie des Elektrolythaushaltes liefern erste Hinweise auf mögliche sekundäre Ursachen.
            • Urinanalysen: Diese dienen der detaillierten Überprüfung der Nierenfunktion und dem Ausschluss renal bedingter Blutdrucksteigerungen.
            • Bildgebende Verfahren: Mittels Sonographie (Ultraschall), Echokardiographie sowie bei Bedarf CT oder MRT evaluieren wir die Morphologie des Herzens und der großen Blutgefäße (z. B. der Nierenarterien).
            • Funktionsdiagnostik: Belastungsuntersuchungen (Ergometrie) geben Aufschluss über das Blutdruckverhalten unter physischem Stress und die allgemeine Herz-Kreislauf-Situation.
            • Schlafmedizinische Screenings: Da Schlafstörungen (z. B. Schlafapnoe) häufige Treiber für Bluthochdruck sind, erfolgt bei entsprechendem Verdacht eine gezielte Abklärung.
              Sollte eine sekundäre Ursache festgestellt werden, ermöglicht dies eine gezielte Behandlung der Grunderkrankung, was oft zu einer signifikanten Verbesserung oder Normalisierung der Blutdruckwerte führt. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Patient und Arzt sowie regelmäßige Verlaufskontrollen sind entscheidend, um Langzeitschäden an Gefäßen und Organen effektiv vorzubeugen und die für Sie optimale Behandlungsstrategie zu sichern.

              Diagnostik des Blutdrucks: Ruhe- und Langzeitmessung

              Die präzise Erfassung des Blutdrucks ist eine der wichtigsten Säulen in der kardiologischen Vorsorge und Therapie. Sie dient der frühzeitigen Identifikation einer arteriellen Hypertonie (Bluthochdruck) und hilft, das Risiko für schwerwiegende Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall signifikant zu senken.

              1. Ruhe-Blutdruckmessung

              Die Ruhe-Blutdruckmessung ist ein etabliertes Verfahren zur Bestimmung des arteriellen Drucks in einem entspannten Zustand (physiologische Ruhe).
              • Messprinzip: Erfasst werden der systolische Wert (Druck beim Herzschlag) und der diastolische Wert (Druck in der Füllungsphase des Herzens). Diese Werte hängen unmittelbar von der Pumpleistung des Herzens und dem Widerstand der Blutgefäße ab.
              • Klinische Bedeutung: Eine regelmäßige Überprüfung ermöglicht es, pathologische Veränderungen frühzeitig zu detektieren und die vaskuläre (gefäßbezogene) Gesundheit langfristig zu überwachen.

                2. Langzeit-Blutdruckmessung (ABDM)

                Die ambulante Langzeit-Blutdruckmessung (ABDM) über 24 Stunden gilt heute als Goldstandard für eine zuverlässige Diagnose und Therapiesteuerung.
                • Verfahren: Sie tragen ein kompaktes, automatisches Messgerät, das in festgelegten Intervallen (tagsüber meist alle 15–20 Minuten, nachts alle 30 Minuten) Messungen durchführt.
                • Diagnostischer Mehrwert:
                  • Alltagsrelevanz: Erfassung der Blutdruckwerte unter realen Lebensbedingungen und körperlicher Belastung.
                  • Nachtprofil: Beurteilung des nächtlichen Blutdruckabfalls (Dipping), welcher für die kardiovaskuläre Risikoabschätzung essenziell ist.
                  • Vermeidung des „Weißkittel-Effekts“: Ausschluss von Blutdruckanstiegen, die rein durch die Untersuchungssituation in der Praxis ausgelöst werden.
                • Therapiekontrolle: Bei bereits behandelten Patienten ermöglicht dieses Verfahren eine exakte Beurteilung der Medikamentenwirkung über den gesamten Tages- und Nachtverlauf.
                  Die Durchführung und Auswertung der Langzeitmessung erfolgt unter ärztlicher Aufsicht, um eine korrekte Interpretation der Daten zu gewährleisten und eine individuell optimierte Behandlungsstrategie festzulegen.

                  Die Belastungsuntersuchung (Ergometrie)

                  Die Belastungsuntersuchung (auch: Belastungstest oder Ergometrie) ist ein standardisiertes diagnostisches Verfahren, das sowohl zur objektiven Beurteilung der körperlichen Leistungsfähigkeit als auch zur Identifizierung spezifischer gesundheitlicher Risikofaktoren dient. Sie findet Anwendung bei der Evaluation der kardiovaskulären Gesundheit, der allgemeinen körperlichen Ausdauer und des Fitnesszustandes.
                  Untersuchungsablauf:
                  Während der Untersuchung werden relevante physiologische Parameter wie Herzfrequenz, Blutdruck, Atemfrequenz und das Elektrokardiogramm (EKG) kontinuierlich überwacht. Der Patient absolviert dabei eine definierte körperliche Belastung (typischerweise auf einem Fahrradergometer oder Laufband). Die Intensität der Belastung wird sukzessive gesteigert, um die individuelle Belastbarkeit zu ermitteln und gegebenenfalls adäquate Trainingsempfehlungen abzuleiten.
                  Anwendungsgebiete und Ziele:
                  Die Belastungsuntersuchung dient primär folgenden Zwecken:
                  • Risikostratifizierung: Bewertung des individuellen kardiovaskulären Risikoprofils.
                  • Therapieplanung: Ableitung spezifischer Trainingsempfehlungen, insbesondere bei vorliegenden Gesundheitsproblemen.
                  • Leistungsdiagnostik: Beurteilung der sportartspezifischen oder allgemeinen körperlichen Leistungsfähigkeit.
                    Wichtiger Hinweis:
                    Aufgrund potenzieller medizinischer Risikofaktoren und spezifischer Kontraindikationen ist die Belastungsuntersuchung nicht für jeden Patienten geeignet. Die Indikation und Durchführung müssen daher zwingend in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen.

                    Die Polygraphie (Ambulantes Schlaf-Screening)

                    Die Polygraphie ist ein etabliertes diagnostisches Verfahren zur Untersuchung schlafbezogener Atmungsstörungen. Sie dient als fundiertes Screening-Verfahren, um Unregelmäßigkeiten im Schlafmuster objektiv zu erfassen und gesundheitliche Risiken frühzeitig zu identifizieren.
                    Funktionsweise und Messparameter:
                    Bei diesem Nachtmonitoring werden während des Schlafes kontinuierlich verschiedene physiologische Parameter aufgezeichnet. Dazu gehören insbesondere:
                    • Atemfluss und Atembewegungen: Über Sensoren an Brustkorb und Bauch wird die Atemtätigkeit überwacht.
                    • Sauerstoffsättigung: Mittels Pulsoximetrie wird die Sauerstoffversorgung im Blut gemessen.
                    • Herzfrequenz und Körperlage: Diese Daten geben Aufschluss über die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems während der Nacht.
                      Diagnostischer Nutzen:
                      Die Auswertung der aufgezeichneten Daten durch einen Spezialisten ermöglicht die differenzierte Diagnose klinisch relevanter Störungen, wie zum Beispiel:
                      • Schlafapnoe-Syndrom (nächtliche Atemaussetzer),
                      • Kardiovaskuläre Belastungszustände während der Ruhephase,
                      • Sowie die Abklärung von chronischer Tagesmüdigkeit oder Narkolepsie.
                        Einordnung in den Gesamtbefund:
                        Die Polygraphie stellt ein wesentliches Instrument der Schlafmedizin dar. Für eine definitive Diagnose und die Einleitung einer optimalen Therapie werden die Ergebnisse stets im Kontext mit der klinischen Anamnese (z. B. einem Schlaf-Tagebuch) sowie gegebenenfalls ergänzenden körperlichen Untersuchungen betrachtet. In komplexen Fällen kann im Anschluss eine weiterführende Untersuchung in einem Schlaflabor (Polysomnographie) indiziert sein.

                        Herzinsuffizienz (Herzschwäche): Symptome, Diagnostik und Therapie

                        Die Herzinsuffizienz bezeichnet einen Zustand, in dem das Herz nicht mehr über die erforderliche Pumpleistung verfügt, um den Organismus ausreichend mit Blut und Sauerstoff zu versorgen. Dies kann die Leistungsfähigkeit im Alltag erheblich einschränken und bedarf einer qualifizierten medizinischen Betreuung.

                        Klinische Leitsymptome

                        Die folgenden Anzeichen können auf eine beginnende oder bestehende Herzinsuffizienz hinweisen und sollten klinisch abgeklärt werden:
                        • Dyspnoe (Atemnot): Insbesondere bei körperlicher Belastung, in fortgeschrittenen Stadien auch in Ruhe oder beim flachen Liegen.
                        • Ödeme: Sichtbare Flüssigkeitseinlagerungen, vor allem in den Beinen, Knöcheln oder Füßen.
                        • Leistungsminderung: Übermäßige körperliche Erschöpfung, chronische Müdigkeit und eine verlängerte Erholungszeit.
                        • Tachypnoe: Eine auffällig beschleunigte Atmung.
                        • Kardiale Beschwerden: Engegefühl oder Druckschmerzen im Brustbereich (Angina Pectoris).
                          Wichtiger Hinweis: Sollten Sie diese Symptome bei sich feststellen, ist eine zeitnahe kardiologische Konsultation dringend anzuraten.

                          Diagnostisches Vorgehen

                          Zur Sicherung der Diagnose und zur Bestimmung des Schweregrades sowie der Ursache führen wir eine umfassende Untersuchung durch. Diese umfasst:
                          • Anamnese und klinische Untersuchung: Erhebung der Krankengeschichte und des aktuellen Status.
                          • Labordiagnostik: Bestimmung spezifischer Biomarker (z. B. NT-proBNP) zur Einschätzung der Herzbelastung.
                          • Apparative Diagnostik: Durchführung von Ruhe- und Belastungs-EKG sowie die Echokardiographie (Herzultraschall) als Goldstandard zur Beurteilung der Herzstruktur und Pumpfunktion.

                            Therapeutische Strategien

                            Die Behandlung orientiert sich strikt an der zugrundeliegenden Ursache und zielt darauf ab, die Lebensqualität zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern:
                            • Medikamentöse Therapie: Einsatz moderner Wirkstoffklassen (z. B. ACE-Hemmer, Beta-Blocker, SGLT2-Inhibitoren), um das Herz zu entlasten und die Prognose zu verbessern.
                            • Lebensstilmodifikation: Unterstützung bei der Umstellung auf eine herzgesunde Ernährung, strukturierte Bewegungsprogramme sowie die konsequente Reduktion von Risikofaktoren (Nikotin- und Alkoholkonsum).
                            • Interventionelle und operative Verfahren: Bei Bedarf Einleitung weiterführender Maßnahmen wie Herzkatheteruntersuchungen (Stent-Implantation), Bypass-Operationen oder Herzklappenrekonstruktionen.
                            • Device-Therapie: Prüfung der Indikation für implantierbare Systeme (z. B. CRT-Systeme zur Resynchronisation oder Herzunterstützungssysteme).
                              Die Herzinsuffizienz ist eine chronische Erkrankung, die dank moderner Therapiestandards aber sehr gut behandelbar ist. Eine konsequente Überwachung und Therapietreue sind dabei die wichtigsten Voraussetzungen für einen stabilen Krankheitsverlauf.
                              DMP-Disease-Management-Programm-KHK

                              Koronare Herzkrankheit (KHK): Prävention, Diagnostik und Therapie

                              Die Koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine chronische Erkrankung, die auf einer fortschreitenden Verkalkung der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose) beruht. Dabei führen Ablagerungen von Lipiden (Fetten) und Kalk in den Gefäßwänden zu sogenannten Plaques. Diese verengen das Lumen der Arterien, reduzieren den Blutfluss und beeinträchtigen somit die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels.
                              Klinisch manifestiert sich die KHK häufig durch ein Engegefühl oder Schmerzen in der Brust (Angina Pectoris). Ein akuter Gefäßverschluss durch das Aufbrechen solcher Plaques kann zu einem Herzinfarkt führen, was eine sofortige medizinische Intervention erforderlich macht.

                              Risikoprofil

                              Die Entstehung einer KHK wird durch verschiedene Faktoren begünstigt. Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen:
                              • Nikotinkonsum (Rauchen)
                              • Adipositas (ausgeprägtes Übergewicht)
                              • Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
                              • Diabetes mellitus
                              • Dyslipidämie (erhöhte Cholesterin- und Blutfettwerte)
                              • Genetische Disposition (positive Familienanamnese)

                                Präventive Maßnahmen und Basistherapie

                                Zur Vorbeugung und Progressionshemmung der KHK ist eine konsequente Lebensstilmodifikation essenziell. Hierzu gehören eine herzgesunde Ernährung, regelmäßige körperliche Aktivität, ein effektives Stressmanagement sowie ein konsequenter Rauchstopp.
                                Therapeutische Optionen
                                Sollten konservative Maßnahmen nicht ausreichen, stützt sich die moderne Kardiologie auf folgende Säulen:
                                • Medikamentöse Therapie: Einsatz von Lipidsenkern (z. B. Statine), Antihypertonika und Thrombozytenaggregationshemmern (z. B. ASS), um das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse zu minimieren.
                                • Interventionelle Kardiologie: Erweiterung verengter Gefäße mittels Koronarangioplastie (PTCA) und anschließender Stent-Implantation.
                                • Operative Verfahren: In komplexen Fällen kann eine Bypass-Operation zur Wiederherstellung der Myokardperfusion (Durchblutung des Herzmuskels) indiziert sein.
                                  Eine engmaschige Überwachung der Vitalparameter (Blutdruck, Blutzucker, Cholesterin) sowie regelmäßige kardiologische Kontrolluntersuchungen sind entscheidend, um die Herzgesundheit langfristig zu sichern und schwerwiegende Komplikationen zu vermeiden.